Ada Lovelace Day – Meine Heldin(nen) in Wissenschaft und Forschung
Thursday, 25. March 2010, 4:55Ich habe mir seit langem Gedanken zu diesem Thema gemacht. Als “Forschungsassistent” lebe ich in der Wissenschaftswelt und man erwartet eigentlich nicht, dass es viele Frauen in dem Bereich gibt. Aber zumindest fuer mich stimmt das nicht. In meinem Lab sind Frauen in der Ueberzahl, in dem speziellen Subfachgebiet eher die Regel als die Ausnahmen. Zusaetzlich dazu ist meine Verlobte auch ein Gradstudent… Ich kann also nicht einfach jemanden waehlen, sondern muss zumindestens ueber einige Leute was sagen, da ich ansonsten unfair waere.
Fangen wir mit Lin an. Lin ist am ehesten als meine Kollegin im Lab. Sie ist die Labmanagerin hier und ist fuer alles verantwortlich was so in einem Lab anfaellt. Von Terminen mit Versuchspersonen ausmachen ueber Raeume fuer Treffen organiseren bis hin zum Programmieren von Experimenten… Lin macht das alles. Sie hat ihren Bachelor in Bioengineering in Berkely gemacht und plant ihr Medizinstudium mitte des Jahres zu beginnen. Natuerlich wird das Neurologie werden :) Sie hat wohl den richtigen familiaeren Hintergrund fuer die Wissenschaft, ihr Bruder ist am MIT und ihr anderer Bruder an einer Ivy League Uni. Ohne Lin wuerde das Lab nicht mal halb so produktiv sein.
Nichole ist ein Gradstudet hier im Lab. Sie untersucht wie Stress sich im Alter aendert und was fuer einen Einfluss das aufs taegliche Leben hat. Ihre aktuelles Experiment das sie entwickelt hat und was ich unter anderem durchfuehre, ist sehr komplex und unglaublich vielschichtig. Es ist definitiv das komplexeste und effiktivste das ich je gesehen habe. Zusaetzlich zu ihrem normalen Pensum als Gradstudent leitet sie in ihrer Freizeit einen Schreibclub in dem Methoden und Probleme des wissenschaftlichen Schreibens diskutiert werden. Unglaublich aktiv und kreativ wenn es um das rekrutieren von neuen Versuchsteilnehmern geht macht sie oft Ueberstunde, faehrt quer durch LA zu Altenheimen und Senioretreffen und scheint dabei nie mueder zu werden. Besonders wichtig fuer mich ist Nichole aber, weil sie immer ein offenes Ohr hat. Gerade wenn man neu in den USA ist und vieles einem unverstaendlich und schraeg erscheint, hilft es enorm wenn jemand genau fuer solche Fragen offen ist. Danke Nichole!
Mara ist der Principal Investigator des Labs. Als einfacher Angestellter merkt man das aber nicht am Verhalten. Sie ist (fast) jeden Tag im Lab im Gegensatz zu vielen ihrer Artgenossen und es gibt keine kuenstlichen Autoritaetsschranken. Sie versucht immer das beste aus einem raus zu holen und fast immer gelingt ihr das. Und falls es mal doch schief geht, ist sie die erste die mit neuen Ideen hilft die Sache wieder zu richten. All das macht sie als ob es selbstverstaendlich waere sich so im wissenschaftlichen Betrieb zu verhalten. Ich will hier jetzt nicht anfangen ueber ihre fachlichen Qualifikationen zu reden. Die sind jedem der in dem Feld arbeitet hinreichend bekannt. Um Mara mit zwei Worten zu beschreiben: Entspannt und entspannend :)
Nun aber zu meiner Heldin. Das ist, wie koennte es anders sein, Alice. Alice ist neben ihren nicht einfachen Funktion als meine Verlobte, Gradstudent hier an der USC. Sie fing ein jahr nach mir an Cognitive Science zu studieren. Sie fiel mir frueh auf, weil sie anders war. Nicht konform, engagiert und hinterfragend. Ihr Auslandssemester verbrachte sie in an der Duke University im Infant Perception Lab wo sie eine Studie zum Oblique Effect in Kleinstkindern durchfuehrte. Nach dem sie wieder in Deutschland war, bewarb sie sich auf eine Ausschreibung bei den Wirtschaftswissenschaftlern zur Programmierung eines Online-Experiments. In fuer sie typischerweise bewarb sie sich dafuer, obwohl sie nichts ueber Webprogramierung wusste! Als sie die Stelle bekam erarbeitete sie sich nicht nur die Grundlagen sondern liefert ein Programm ab was ueber die Anforderungen hinaus ging! Die Daten fuer ihre Bachelorarbeit erhob sie am Italien Institute for Technology in Genua und an der Uni Bielefeld. Ihre Arbeit behandelte das Erlernen von Griffarten fuer verschiedene Objekte mittels Wahrscheinlichkeitsberechnungen (Bayesian Networks). Derzeit ist Alice Gradstudent im Computational Learning and Motor Control Lab und macht Dinge, die ich einfach nicht mehr verstehe ;)
Alice ist der Mensch, der mich jeden Tag ueberrascht. Jeden Tag erlebe ich etwas neues mit ihr und kein Tag ist langweilig. Wissen schafft im besten Sinne :)



mama says:
April 2nd, 2010 at 12:08
Warum macht hier niemand einen Kommentar, wenn wir Frauen hier so viel Blumenstrauesse
bekommen? Die Meinung ueber Alice teile ich vollkommmen!
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